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Christa John

Dezente Farbholzschnitte in der LAUDA FabrikGalerie
Christa John zeigt unterschiedliche Sujets von 1997 bis heute

01.04.2008 - 31.05.2008

In den Monaten April bis Ende Mai 2008 sind in der LAUDA FabrikGalerie dezente Farbholzschnitte von Christa John aus Weil der Stadt zu besichtigen. Die Künstlerin Christa John wurde 1941 in Polsnitz, Schlesien geboren. Sie entdeckte den Holzschnitt für ihr künstlerisches Schaffen relativ spät. Nach dem Studium an der freien Kunstschule Stuttgart lag der Schwerpunkt viele Jahre in der Temperamalerei. Zwischendurch entstanden Kreide-, Pastell- und Tuschezeichnungen, Gouachen und Monotypien. Im Jahre 1996 besuchte sie eine Ausstellung von Horst Janssen. Seitdem ist der Holzschnitt ihr Ausdrucksmittel Nummer eins, und sie schafft sehr malerische Holzschnitte, in denen auch die Zeichnerin zum Ausdruck kommt. Die handwerkliche Arbeit hat HAP Grieshaber einmal wie folgt beschrieben: „Im Prozess des Schneidens wird die Dynamik aus Gewaltsamkeit, aus Glück und Verzweiflung ausgelotet. Das Drucken selbst ist die Überraschung, das Erlebnis, ist Rausch des Machens und gleichzeitig Kontrolle darüber.“ Der Widerstand des Holzes ist Christa John lieber, als die Weichheit des Linoleum. Expressivität steht bei dieser Druckform eher im Vordergrund als das subtile Detail. Der Holzschnitt, so die Künstlerin, zwingt zur Reduktion auf das Wesentliche. Ihre Motive spürt die Künstlerin meist auf Wanderungen und Reisen auf. Beispiele werden auch in dieser Ausstellung gezeigt. Das Tessin, in dem Palmen neben Kastanien wurzeln und die Agave wächst, dessen Täler smaragdgrün schimmernde Flüsse durchziehen und dessen Dörfer aus Steinhäusern bestehen, die sich an die steilen Hänge klammern, hat auf Schriftsteller und Künstler schon immer eine starke Anziehungskraft ausgeübt. Christa Johns Liebe gehörte von Anfang an dem ländlichen, dem ursprünglichen Tessin – abseits der Städte, der Autobahn und anderen lauten Straßen. Die ausgestellten Holzschnitte Tessin I, III und IV spiegeln diese Ursprünglichkeit wider. Die Stimmung, die von Holzschnitten ausgeht, und die Farben sind charakteristisch für die Täler wie das Valle Onsernone, das Valle Maggia oder das Valle Verzasca. Eine Wanderung im Herbst durch Weinberge inspirierte zu dem Sujet „Weinland“. Rebstöcke bilden Rebzeilen, Rebzeilen bilden Reblandschaften, deren Erscheinungsbild vor allem im Spätherbst an Kontrast und Reiz gewinnt und geradezu nach künstlerischer Umsetzung schreit. Das Auge kann sich nicht satt sehen an diesem Patchwork aus Blättern in Hellrot, in Dunkelrot und Orange, in Gelb und Gelbgrün. Die ausgestellten Motive Weinland I bis IV gehören zusammen, weil sie einander ergänzen. Sie sind gespiegelt und jeweils positiv und negativ ausgeführt. Man muss nicht unbedingt Weinliebhaber sein, um sich am Bukett zu berauschen, das diese Bilder verströmen. Das Sujet „Formation“ zeigt eine Folge von Gesteinsgeschichten, die sich in einem größeren erdgeschichtlichen Zeitraum abgebildet haben. Ein Porphyritsteinbruch stand Modell für die Motive Formation I und II sowie für das Motiv Landschaft mit Steinbruch. Ein Aufenthalt am Meer inspirierte die Künstlerin zur Holzschnittserie „Maritimus“ (lat. zum Meer gehörig, am Meer befindlich). Wellen hinterlassen Arrangements aus Tang, Muscheln und Steinen. Festgehalten ist der flüchtige Zustand eines Augenblicks, der von der im nächsten Moment heranrollenden Welle verformt wird. Die sehenwerte Ausstellung in der LAUDA FabrikGalerie ist für Kunstinteressierte während den Geschäftszeiten von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 9.00 bis 12.00 sowie von 13.00 bis 16.00 Uhr und am Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr zu besichtigen.

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