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Irmintraud Beck
Einstimmung auf den Wonnemonat Mai
01.04.2005 - 30.05.2005
In der lichtdurchfluteten LAUDA FabrikGalerie ist von den kühlen Kapriolen des Monats April wenig zu spüren. Von den Wänden lodert förmlich eine Farbenvielfalt, die den Betrachter auf den Frühling und den Wonnemonat Mai einstimmt. Dafür sorgen siebenundzwanzig Acrylbilder der Künstlerin Irmin Beck, die heute in Sörnewitz unweit von Dresden lebt und arbeitet.
Die gebürtige Miltenbergerin studierte zu Beginn der 60er Jahre an der Werkkunstschule in Würzburg und arbeitete nach ihrer Übersiedlung nach Berlin als Illustratorin, daneben als Volontärin in einer chemographischen Kunstanstalt. Hier setzte sie ihre Kunstausbildung fort und absolvierte noch ein Studium der Biologie. Seit 1980 ist Irmintraud Beck als medizinische und naturwissenschaftliche Illustratorin tätig. Mit ihrem Umzug nach Dresden im Jahr 1995 ist eine biografische Zäsur verbunden. In Dresden fand sie den Mut, die Kraft und die Muße, ihrem Drang nach künstlerischer Freiheit nachzugeben und auf dem Leinwandgevierten endlich ihre ureigensten Phantasien – ohne "Wenn" und "Aber" auszuleben. Fernab aller Anatomien und klinischen Fallstudien. Von Anfang an sind komplexe Raumkonstellationen und Strukturfantasien pflanzlichen Lebens ihre Themen. In den ausgestellten Arbeiten werden vor allem Pflanzen und Blumen in leuchtenden Farben dargestellt. Es sind keine realen Abbildungen, sondern phantasievolle, zum Teil märchenhafte Nachsichten und "florale Strukturen", wie Irmin Beck selbst ihre Bilder bezeichnet. Ein urwaldhaftes Gewirr von Knospen, Ästen und Stielen scheint einem Nerven-Blutgefäß-System zu gleichen. Exotische Blumengärten, üppige Unterwasserwelten, imaginäre Wüstenlandschaften, tropische Dschungelidyllen, märchenhafte Phantasien, aber auch chaotische und zugleich streng geordnete Röhren- und Kapillarsysteme fesseln reizvoll das Auge des Betrachters. Irmin Beck spielt in ihren Arbeiten mit der überquellenden Formenfülle der Natur und erfindet stille in sich ruhende unsentimentale Bildmuster, es handelt sich um Farbklänge, die auch zur Kennzeichnung des menschlichen Blutkreislaufsystems in medizinischen Fachbüchern Verwendung finden.
Ihre Kunst atmet die Kälte technischer Präzision, einer Präzision äußerster zeichnerischer Schärfe auf homogen lasurartig behandelten Bildflächen. Man könnte diese distanzierte Malweise als eine neue Form eines Realismus bezeichnen, dem ein romantischer Geist nicht fremd ist. Irmintraud Beck arbeitet ohne Vorzeichnung, lässt den Kosmos ihrer Bilder wie einen lebendigen Organismus auf den Bildgründen wachsen. Innen- und Außenwelten verschmelzen. Ihre Kunst ist ein stilles, vollkommenes Echo ihrer Selbst, "das schwebende Lächeln einer scharfen Intelligenz".
Unser Foto zeigt die Künstlerin Irmin Beck in der LAUDA FabrikGalerie vor ihrem Gemälde "Imaginäre Landschaften".
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