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Peter Kunkel
"Jagd" - Kritischer Realismus in Mischtechniken
01.06.2001 - 31.07.2001
Peter Kunkel wurde 1949 in Darmstadt-Arheiligen geboren, wo er auch heute noch lebt. In der FabrikGalerie LAUDA DR. R. WOBSER zeigt er in den Monaten Juni und Juli einen Querschnitt seines kreativen Schaffens. Kunkel selbst bezeichnet sich als "kritischen Realisten", sein ungestümer, vitaler und energischer Stil kann aber durchaus als expressionistisch gesehen werden. In seinen Exponaten behandelt der Künstler sehr unterschiedliche Themen aus nahezu allen Lebensphasen. Peter Kunkel ist, obwohl er ein festes Wertgerüst besitzt, kein "moralischer Maler", der eine ideologische Aussage verbreiten will. Er ist auch kein Auftragsmaler mit vorgegebenem Thema. Seine Werke sind deshalb wohltuend frei von intellektuellen Überzeichnungen.
Die Schaffenskraft des Autodidakten, der neben seiner Kunst als Logistikfachmann arbeitet, manifestiert sich in unzähligen Bildern und Skulpturen und weist auf eine enorme innere Spannung hin. Die kontrastreiche und energiegeladene Farbwahl gelb, orange, rot und blau offenbart ein inneres Feuer. Die Werke von Peter Kunkel entstehen aus einem starken inneren Drang heraus und bahnen sich mit enormer Kraft einen Weg nach außen. Der Künstler will, dass der Betrachter über die Bilder und Skulpturen in Kontakt mit seinen inneren Gefühlen, Empfindungen und Gedanken tritt, ganz gleich, ob die Werke Zustimmung, Gefallen oder heftige Ablehnung erfahren.
Seine Arbeiten erinnern an indianische und afrikanische Stammeskunst. Sie beschäftigen sich mit mythischen, archaischen Themen und tragen Titel wie "Squaw", "Indianer", "Goldauge", "Urwald" oder "Jagdszenen". Seit 1990 beschäftigt sich Kunkel immer wieder mit dem Thema Jagd in allen möglichen Varianten. Jagd reize ihn als Thema, weil es so weit gefächert sei. Jagd auf Tier und Mensch, Jagd nach Anerkennung und Geld, Jagd nach dem anderen Geschlecht, um nur einige der vielen vordergründigen und hintergründigen Facetten zu nennen. Weit mehr als 60 der insgesamt über 3000 Bilder beschäftigen sich mit diesem Thema. Für ihn ist der Mensch zugleich Jäger und Gejagter, das Opfer seiner inneren und äußeren Zwänge.
Was an Kunkels Kunst immer wieder fasziniert sind seine farbenfrohen Mischtechniken. So kann man neben Wachsmalkreide auf Packpapier, Collagen auf Strukturtapeten auch mit Öl und Kreide übermalte Blätter, Aquarelle sowie mit Ölfarben übermalte Fotos auf Leinwand entdecken. Kunkel reizt es, gerade solche Materialien zu verwenden, die gemeinhin in den Bildern nichts zu suchen haben. Dadurch erzielt er eine verblüffende Wirkung und gibt den Arbeiten eine ganz neue Dimension. Bei den Skulpturen verwendet Peter Kunkel meist Holz von abgebrochenen Häusern, Reste von Baumfällaktionen oder Funde, die an den Stränden von Rhein und Main angespült werden. "Ich verwende nie gekaufte Holzstücke" verrät Kunkel und lacht. "Alles ist gefunden oder erbettelt." Viele seiner indianischen Holzplastiken sind koloriert, andere abgeflammt, so dass ihre Oberfläche eine Struktur erhält, die der von Holzkohle ähnelt. Die hochwertige Oberflächenversiegelung aller bemalten und naturbelassenen Skulpturen wird durch einen mehrmaligen Anstrich aus Leinöl erreicht.
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