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Walter Habdank
Holzschnitte mit hoher Ausdruckskraft - und noch mehr
11.10.2007 - 30.11.2007
Text entnommen aus der Tauber-Zeitung vom 31. Oktober 2007:
Holzschnitte, Lithographien und Gemälde des zeitgenössischen Künstlers Walter Habdank sind derzeit sowohl in der Galerie des Caritas-Krankenhauses in Bad Mergentheim als auch in der „Fabrik-Galerie" der Firma Lauda in Lauda-Königshofen zu sehen.
MAIN-TAUBER-KREIS - Walter Habdank habe durch seine eindrucksvollen Werke „die Sinne geöffnet für diese Welt und die andere, die unserem simplen Blick entzogen ist". Das hob Diplom-Theologe Thomas Wigant M.A., der Hausobere der Klinik, hervor. Prof. Dr. Hans-Dieter Bundschu, der die Ausstellung in die Wege geleitet und mit Dr. Gerhard Wobser konzipiert hat, verwies darauf, dass Habdank „wie kein anderer Künstler unserer Zeit biblische Themen dargestellt hat - nicht nur in Holzschnitten, sondern auch in Wand- und Altarbildern, Glasfenstern und Mosaiken". Merkwürdigerweise sei der vor sechs Jahren verstorbene Künstler, obwohl Sohn eines evangelischen Diakons, bei den Katholiken bekannter als unter den Protestanten. Während die Ausstellung im Caritas sich auf die Holzschnitte konzentriere, könne man in der „Fabrik-Galerie" von Dr. Gerhard Wobser Ausschnitte des Frühwerks mit Gemälden, Portraits und Stadtszenen und des Spätwerks mit Aquarellen bewundern.
Pfarrer und Diplom-Volkswirt Johannes Habdank, Sohn des Künstlers, führte in die Ausstellung ein. Walter Habdank sei geboren in Schweinfurt und habe in München das humanistische Gymnasium besucht. Schon damals habe man seine künstlerische Begabung erkannt und gefördert. Nach dem Krieg habe er sich mit der modernen französischen Malerei und dem deutschen Expressionismus auseinandergesetzt, immer wieder Studienreisen nach Südeuropa und Nordafrika unternommen und seine Eindrücke in Öl und Aquarell „zu Seelenlandschaften umkomponiert, die das Auge des Betrachters in Bann ziehen". 1962 habe er Friedgard Hofmann geheiratet und in der Ehe seien drei Söhne geboren.
In den 50-er Jahren habe Walter Habdank zur „Renommierjugend" der Münchner Kunstszene gehört, andererseits sei er wegen seiner kompromisslosen Gegenständlichkeit heftig kritisiert worden. Als Holzschneider zu biblischen Themen habe er sich in den 70-er Jahren etabliert. Er habe Brunnen und Plätze gestaltet, plastische Darstellungen zum Gedenken an den Holocaust - doch „der offizielle Kunstbetrieb nimmt mit des Künstlers zunehmender Fokussierung auf religiöse Themen so gut wie keine Notiz von Habdank". Anerkennung habe er vorwiegend von der „traditionell bilderfreundlicheren katholischen Seite" erfahren.
Walter Habdank bediene sich expressionistischer Darstellungsmittel. So entstehen „formal und inhaltlich komprimierte Bilder, archetypische Gestalten und Szenen, die den Betrachter herausfordern zu einer eigenen Stellungnahme zum Leben, zu sich selbst und seiner Welt". Die vom Künstler gewünschte Wirkung sei „Gemütserhellung".
Dr. Wobser dankte Friedgard Habdank als Leihgeberin und dem Caritas-Krankenhaus sowie Prof. Dr. Bundschu, der das Projekt mit Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit verfolgt habe. Die Habdank-Ausstellung im Caritas-Krankenhaus ist bis Ende Januar täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet, die in der Fabrik-Galerie bis Ende November.
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